1. Was ist eine Impfung?
Eine Impfung ist im Grunde genommen eine vorgezogene Erkrankung. Es sind nur bei solchen Krankheiten Impfungen sinnvoll, bei denen das Immunsystem eine Immunität entwickelt. Die Impfung soll dazu dienen, eine möglichst dauerhafte Immunität gegen einen bestimmten Krankheitserreger hervorzurufen. Allerdings gibt es auch sogenannte Impfversager, d. h. der Betroffene kann keine Immunität entwickeln. Dies soll zu einem Zeitpunkt geschehen, wenn das Immunsystem möglichst nicht anderweitig besonders gefordert ist. Daher wäre eine besonders gründliche Untersuchung des Patienten erforderlich, die oft unterbleibt, da sie nicht abgerechnet werden kann.

Wenn das Immunsystem selbst reagiert und einen Krankheitsschutz aufbaut, so bezeichnet man eine solche Impfung als aktive Impfung. Muss man schnell einen vorübergehenden Schutz aufbauen und hat z. B. wegen einer bereits erfolgten Ansteckung keine Zeit mehr für eine Impfung, können fremde Antikörper übertragen werden. Da das eigene Immunsystem nicht mehr selbst reagieren kann, sondern sozusagen nur zeitweise einen geliehenen Schutz benutzt, bezeichnet man eine solche Gabe von fremden Abwehrstoffen als passive Impfung.

2. Wie wird eine Impfung vorgenommen?
Die meisten Impfstoffe werden gespritzt und entsprechen somit nicht dem natürlichen Infektionsweg. Bei einigen wenigen Lebendimpfungen (z. B. Polio) versucht man, die natürliche Ansteckung auch in der Art der Impfung nachzuahmen (Schluckimpfung).
Die Impfstoffe werden nicht alle auf dieselbe Weise gespritzt, sondern je nach Inhaltsstoffen werden verschiedene Wege gewählt, wobei man sich an der Verträglichkeit und der Wirksamkeit orientiert.

3. Wie reagiert der Körper auf eine Impfung?
Eine Impfung ist eine künstliche Ansteckung; das Immunsystem muss von daher reagieren. Nicht selten sind Krankheitszeichen wie

  • Fieber,
  • Schwellungen an der Injektionsstelle oder
  • gering ausgeprägte krankheitstypische Zeichen (wie z. B. Impfmasern)
  • Dauerschäden
    zu beobachten.

4. Was ist ein Impfstoff?
Die Substanz, die bei der Impfung verabreicht wird, bezeichnet man als Impfstoff. Im gesetzlichen Sinne sind Impfstoffe Medikamente, also verschreibungspflichtig und sollten nur nach ärztlicher Anweisung bzw. vom Arzt angewendet werden.

5. Welche Art von Impfstoffen gibt es?
Es wird zwischen Lebend- und Totimpfstoffen unterschieden:
Bei der Lebendimpfung werden abgeschwächte vermehrungsfähige Keime verabreicht. Mit einigen wenigen Ausnahmen werden Lebendimpfungen vor allem gegen Viruserkrankungen vorgenommen. Diese Impfkeime sollen eine harmlose Erkrankung hervorrufen, die möglichst wenig oder gar keine Krankheitszeichen nach sich zieht und vor allem möglichst wenig Komplikationen hat. Die echte Krankheit wird für das Immunsystem vorgetäuscht und dieses bildet nach der Impfung dieselben Abwehrstoffe wie bei einer Infektion mit dem Originalerreger. Die Schwierigkeit bei Lebendimpfungen besteht darin, dass man einen Impfkeim heranzüchten muss, der die gestellten Forderungen erfüllt, der ausreichend stabil ist, um bei allen geimpften Personen die harmlose künstliche Krankheit auch wirklich hervorzurufen und der nicht zu Rückmutationen in Richtung der gefährlichen Krankheit neigt.

Bei Totimpfungen muss wiederum zwischen verschiedenen Prinzipien unterschieden werden:

  • Man kann abgetötete Krankheitskeime verabreichen, die für das Immunsystem wie lebende erscheinen, den Körper aber nicht infizieren können, da sie sich nicht mehr vermehren.
  • In manchen Fällen ist es nicht nur unnötig, sondern auch komplikationsreicher, wenn die ganzen abgetöteten Keime in dem Impfstoff auftauchen. In solchen Fällen (z. B. Keuchhusten) werden nur die für das Immunsystem wichtigen Bestandteile in den Impfstoff aufgenommen.
  • Eine andere Möglichkeit ist, dass nur ein Bakteriengift, also ein Produkt, das selbst nicht lebt und vermehrungsfähig ist, zur Impfung herangezogen wird. Da diese Gifte (Toxine) meist selbst noch sehr gefährlich sind, werden sie in ihrer Wirkung durch entsprechende Behandlung verändert, so dass sie ihre Eigenschaften für das Immunsystem noch behalten. Ein solch abgewandeltes Toxin bezeichnet man als Toxoid (z. B. Tetanus).