"Zwang zur Aufklärung", Nr. 4 (23.1.)

 

Zum Artikel von Eckart Klaus Roloff über die Pockenimpfungen: Da ist endlich mal ein qualifizierter Beitrag in der deutschen Presse, der den blauäugigen Plänen zur Massenimpfung gegen Pocken einen fundierten Kontrapunkt entgegensetzt. Impfung, zumal millionenfaches Pieksen im Schnelldurchgang, ist keineswegs so risikolos, wie es die Initiatoren gern darstellen.
Gerade die Immunisierung gegen Pocken ist mit einem hohen Risiko für die Impflinge verbunden. Politiker und leider auch Ärzte gehen darüber allzu leichtfertig hinweg. Daher ist es höchste Zeit, die Ärzte auf ihre Pflichten hinzuweisen.
Diese ergeben sich aus der Rechtssprechung. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die Verantwortung der Ärzte zuletzt am 15. Februar 2000 klar umschrieben. Bevor sie das Impfserum verabreichen, müssen sie ihre Patienten auf die Risiken des Eingriffs hinweisen, und zwar nicht beiläufig, sondern so, dass die Reaktion "Nein danke, ich verzichte", noch möglich bleibt. Leider sind sich viele Ärzte über die Konsequenzen von Unterlassungen bei der Aufklärungspflicht nicht im Klaren. Erst kürzlich musste ein Mediziner in Mönchengladbach 50 0000 Euro Schmerzensgeld zahlen, weil er entscheidende Risiken einer Impfung nicht genannt hatte und sein Impfling schwere Komplikationen erlitt.

Also: Auch wenn Ärzte bei Massenimpfungen die Massenabfertigung bevorzugen - die Gesundheit ihrer Patienten hat oberste Priorität. Nur umfassende Aufklärung über Risiken einer Impfung gibt der Bevölkerung die Möglichkeit, sich selbstverantwortlich zu entscheiden. Mehr dazu im Internet unter www.impfrecht.de.

Anja Dornhoff, Rechtsanwältin
Mitglied der AG Medizinrecht im Deutschen Anwaltsverein
57548 Kirchen (Sieg)